
Oscar Münsterberg in Detmold
Sammler, Forscher, Kaufmann
Der Name Münsterberg verbindet sich in Detmold zumeist mit bewegter Erinnerung: Die Verschiebung des Hauses Münsterberg in der Hornschen Straße um rund sieben Meter im Jahr 1986 gehört mittlerweile zur Stadtgeschichte. Von Oscar Münsterberg, dem Namensgeber der Neoklassizistischen Stadtvilla, ließ sich bisher jedoch nur ein fragmentarisches Bild zeichnen. Er galt als kunstsinniger Jude, der als Gesellschafter der Druckerei Klingenberg mit seiner Familie Ende des 19. Jahrhunderts in Detmold lebte, ein großes Interesse für Asien pflegte und mit seiner „Sammlung vaterländischer Altertümer“ den Grundstein für die heimatkundliche Sammlung des Lippischen Landesmuseums legte.
Die Kunsthistorikerin Julia zur Lippe konnte im Rahmen eines Forschungsauftrags des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe dieses Portrait um überraschende Perspektiven erweitern und wesentliche Aspekte revidieren. Ihre bemerkenswerten Ergebnisse stellt sie in einem Vortrag am 20. Februar 2011 im Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe, Haus Münsterberg, vor. Die Spurensuche in der weitverzweigten Lebensgeschichte Oscar Münsterbergs reicht bis in die USA, zu Marjorie Munsterberg, einer Enkeltochter des ehemaligen Detmolders. Begeistert von den Recherchen reist sie mit ihren Kindern nach Detmold, um im Haus Münsterberg erstmalig diesen Teil ihrer Familiengeschichte kennenzulernen und dem Literaturbüro Stücke aus dem Nachlass ihres Großvaters zu übergeben. Begrüßt wird sie von Bürgermeister Rainer Heller, der sie einlädt, sich im Goldenen Buch der Stadt einzutragen.
Programm
Bürgermeiser Rainer Heller
Begrüßung
Dr. Brigitte Labs-Ehlert
Einführung
Julia zur Lippe
Vortrag
‹Oscar Münsterberg›
Marjorie Munsterberg
überreicht Stücke aus dem Nachlass ihres Großvaters Oscar Münsterberg
Sonntag 20. Februar 2011
17.00 Uhr / 19.30 Uhr (nur Vortrag)
Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe, Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold
Eintritt frei
Platzreservierungen erbeten unter 05231-982545
Die Broschüre zur Veranstaltung wird im Herbst 2011 zum Tag der deutschen Denkmalpflege erscheinen.