Christian Brückner liest
Amos Oz ‹Eine Geschichte von Liebe und Finsternis›
12. November 2010, 19.30 Uhr
‹Eine Geschichte von Liebe und Finsternis› setzt ein im Jerusalem der vierziger Jahre, dem Fluchtpunkt all jener, denen es gelungen ist, den Pogromen und den Nationalsozialisten zu entkommen, und die entschlossen sind, sich nie wieder demütigen zu lassen. Amos Oz erzählt die Geschichte seiner Familie, die sich zu einem Panorama des Lebens osteuropäischer Juden, der Situation der Einwanderer in Palästina und des Konfliktes zwischen Juden und Arabern ausweitet. Es ist auch ein Buch von Erwartungen, die nicht in Erfüllung gingen, vom gescheiterten Lebenstraum der Mutter und von dem mit vielen Hoffnungen gegründeten Staat Israel, der sofort Kriegsschauplatz wurde und nicht ein Beispiel dafür wurde, ‹wie mustergültig wir mit unserer Minderheit, mit den Arabern, umgehen: wir, die wir immer eine unterdrückte Minderheit gewesen sind›. ‹Amos Oz hat ein Buch geschrieben, das durchdrungen ist von Anstand, Milde und Liebenswürdigkeit, von Klugheit und Herzensbildung. Literatur in ihrer reinsten, strahlendsten, weil menschenfreundlichsten Form.› (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Amos Oz wurde am 4. Mai 1939 als Amos Klausner in Jerusalem geboren und wuchs auch dort auf. Seine Eltern waren 1917 von Odessa nach Wilna (damals Polen) geflüchtet und wanderten von dort nach Palästina aus. 1954 trat er dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen Oz an, der auf hebräisch Kraft, Stärke bedeutet. Er ist Mitbegründer und herausragender Vertreter der seit 1977 bestehenden Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now). Die Werke von Amos Oz wurden in 37 Sprachen übersetzt. Er hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Siegfried Unseld-Preis 2010, Heine-Preis der Stadt Düsseldorf (2008), Goethe-Preis der Stadt Frankfurt (2005), und ist Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.
Christian Brückner ist Vorleser und ‹Stimmspieler›, er leiht in Kinofilmen unter anderem Robert de Niro, Robert Redford, Peter Fonda und Marlon Brando seine Stimme. Und er läßt das Hörbuch zu einer besonderen Form der Kunst werden. Er spielte in diversen Theaterstücken, Fernsehserien und Kinofilmen mit. Daneben arbeitet Christian Brückner als Sprecher und Literaturinterpret für fast alle Rundfunkanstalten. Für seine hervorragenden Sprecherleistungen erhielt er den Grimme-Preis in Gold, den Deutschen Hörbuch-Preis und den Lesewerk-Preis.
Eine Veranstaltung von Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe und LWL-Freilichtmuseum Detmold, unterstützt von der Sparkasse Detmold
Haus Kuhlmeier, LWL-Freilichtmuseum, 32760 Detmold
Eintritt 15 Euro / 10 Euro
Karten unter 05231/982545